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Abs: "Die Wohnungswirtschaft wird Smart Metering treiben"

München - Die Vorbereitungen auf den Smart-Meter-Rollout sind in der heißen Phase. Im zweiteiligen Interview spricht Paul-Vincent Abs, Geschäftsführer der Eon Metering, über das Marktpotenzial für Mehrwertdienstleistungen in der Wohnungswirtschaft und den Rollout-Fahrplan von Eon...

München - Die Vorbereitungen auf den Smart-Meter-Rollout sind in der heißen Phase. Im Interview spricht Paul-Vincent Abs, Geschäftsführer der Eon Metering, über das Marktpotenzial in der Wohnungswirtschaft und den Rollout-Fahrplan von Eon.

energate: Herr Abs, wie positioniert sich Eon Metering als Mehrwertdienstleister?

Abs: Wir bieten Basisdienstleistungen an. Das heißt, entweder wir übernehmen die Gateway-Administration für Versorger oder aber den gesamten Messstellenbetrieb inklusive Gerätebeschaffung und Montage der Hardware. Zusätzlich zu diesen beiden Kernprodukten bieten wir weitere Mehrwertservices an. Entscheidend ist, dass wir unseren Partnern diese Services als White-Label-Produkte anbieten. Ich denke da etwa an die intelligente Steuerung von Nachtspeicherheizungen, die Disaggregation von Daten oder Visualisierungslösungen. Daraus ergeben sich Chancen für all diejenigen Versorger, die keine eigene Innovationsabteilung unterhalten. Allein in Deutschland gibt es 900 Stadtwerke. Und die wollen oder können nicht alle eine eigene Produktentwicklung aufbauen. Dass wir für diese Stadtwerke passende Services anbieten, unterscheidet uns von vielen Mitbewerbern.

energate: Das smarte Messwesen schafft Berührungspunkte zwischen Energie- und Wohnungswirtschaft. Haben Sie diesen Markt im Blick?

Abs: Das ist das Top-Thema für uns. Wir haben rund 40 Mio. Haushalte in Deutschland, die vom Digitalisierungsgesetz betroffen sind. Die Hälfte davon, gut 20 Mio. Haushalte, sind Mietwohnungen, die entweder von großen Wohnungsgesellschaften, Submetering-Gesellschaften oder Hausverwaltern betreut werden. Diesem Kundenkreis als Eon Metering Dienstleistungen anzubieten, ist einer unserer Fokusbereiche. Wir arbeiten intensiv daran, hier entweder Dienstleistungspakete anzubieten oder Mehrwertservices zu entwickeln. Da sind wir schon recht weit. So können wir neben Strom- und Gaszählern auch Heizkostensammler über das Gateway laufen lassen. Die Wohnungswirtschaft ist für uns eine der Top-Zielgruppen, die das Thema Smart Metering treiben wird. Neben der Gateway-Administration und dem Messstellenbetrieb im Gesamtpaket bieten wir der Wohnungswirtschaft auch Mieterstrommodelle an.

energate: Die ersten Gateways für den Rollout im Eon-Netzgebiet sind bestellt. Wie sieht Ihr Fahrplan aus?

Abs: Wir haben uns im ersten Schritt für 16.000 Gateways von PPC entschieden. Zugleich haben wir bereits Kontrakte mit mehreren Zählerherstellern abgeschlossen. Klar ist, dass wir auch weitere Kontrakte mit anderen Techniklieferanten schließen werden. Was den Fahrplan für den Rollout betrifft, so gilt es, realistisch zu bleiben. Wichtig ist, dass die Politik bald wieder vollständig handlungsfähig wird und das Thema noch einmal treibt. Ich halte es für wirklich wichtig, dass wir dieses Jahr mit dem Thema durch die Tür kommen. Voraussichtlich im April wird der erste Gateway-Hersteller zertifiziert sein. Damit kann der wettbewerbliche Messstellenbetrieb starten. Der grundzuständige Messstellenbetrieb wird erklärt, sobald drei Hersteller zertifiziert sind. Ich glaube, dies wird zum Ende des zweiten Quartals 2018 der Fall sein. Wir in der Branche fordern schon lange, dass der Rollout kommen muss. Ich wünsche mir, dass die Behörden, sprich das BSI, die PTB und das Bundeswirtschaftsministerium die Dinge ressortübergreifend voranbringen. Die Einrichtung der Taskforce zum Rollout durch die Regierung nährt die Hoffnung, dass das klappen kann.

Den zweiten Teil des Interviews lesen Sie hier .

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

23.02.2018