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Benkos Karstadt-Kaufhof-Deal: Wie geht es mit den Immobilien weiter?

Von den knapp 180 Warenhäusern hat wohl nur die Hälfte eine Zukunft. Es gibt etliche Karstadt- und Kaufhof-Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft zueinandern, für die es eng werden könnte. Eine Übersicht.

Karstadt in Berlin-Charlottenburg (Foto: Redevco)
Karstadt in Berlin-Charlottenburg (Foto: Redevco)

In der vergangenen Woche nahm das Meldungs-Karussell zum Karstadt-Kaufhof-Deal so richtig Fahrt auf. Im Laufe des Wochenendes kamen dann immer mehr Details ans Licht. Besonders interessant für die Immobilienbranche: Nur für rund die Hälfte der zusammen knapp 180 Kaufhäuser wird es wohl eine Zukunft geben. immobilienmanager hat geschaut, an welchen Standorten es eng werden könnte.

Kaufhof unterhält 95 Häuser, Karstadt weitere 79. Längst nicht an allen Standorten sind beide ehemaligen Konkurrenten vertreten. Überschneidungen gibt es allerdings in den besonders gefragten und frequentieren Städten. Hier liegen Karstadt- und Kaufhof-Häuser teilweise in direkter Nachbarschaft.

Tabelle: Städte mit Karstadt- und Kaufhof-Standorten

Stadt Anzahl Karstadt -Häuser Anzahl Kaufhof -Häuser
Berlin 8 3
Bonn 1 1
Braunschweig 1 1
Bremen 1 1
Darmstadt 1 1
Dortmund 1 1
Düsseldorf 1 2
Duisburg 1 1
Essen 1 1
Frankfurt 1 5
Freiburg 1 1
Fulda 1 1
Hamburg 6 2
Hannover 1 1
Köln 1 3
Leipzig 1 1
Mainz 1 1
Mönchengladbach 1 1
München 4 4
Münster 1 1
Nürnberg 2 1
Saarbrücken 1 1
Trier 1 2
Wiesbaden 1 1
Quelle: eigene Recherche immobilienmanager


Besonders gefährdet dürften doppelte Standorte sein, die in (un-)mittelbarer Nachbarschaft liegen. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Hamburg Mönckebergstraße
  • Köln Hohe Straße/Breite Straße
  • Leipzig Neumarkt
  • München OEZ

Auch von den beiden Unternehmenszentralen in Essen und Köln dürfte wohl nur eine Bestand haben.

Zuletzt hatten die betroffenen Banken unter Führung der LBBW dem Deal zugestimmt. Die betroffenen Immobilien sind mit einem Kredit über 1,34 Milliarden Euro belastet.

Benko hatte bereits mehrfach versucht, Kaufhof zu übernehmen. Zuletzt war er mit einem Angebot über drei Milliarden Euro an den Mutterkonzern HBC abgeblitzt. Nun scheint es doch noch zu klappen - allerdings zu einem höheren Preis. Laut vielfach zitierten Verhandlungskreise würde der Deal das Europageschäft von HBC mit 3,7 Milliarden Euro bewerten.

Komplizierte Beteiligungen
Geplant ist demnach, dass Benkos Signa Holding nicht nur die meisten HBC-Häuser in Deutschland übernimmt, sondern auch die Hälfte an der operativen Europa-Tochtergesellschaft. Am neuen Joint Venture würde Benko 50,1 Prozent halten, so das Handelsblatt. Anscheinend muss er – anders als von ihm geplant – das Hudson's Bay-Geschäft in den Niederlanden (inklusive milliardenschweren Mietbürgschaften) und die Outlet-Stores von Saks Off 5th übernehmen.

Es ensteht ein verschachtelter neuer Kaufhaus-Konzern in den HBC 59 Kaufhof-Häuser einbringt, von denen 18 bislang komplett in eigenem Besitz waren. Betroffen von der Übernahme – der neben den Gremien von Signa und HBC auch noch die Kartellbehörden zustimmen müssen – sind rund 30.600 Mitarbeiter.

10.09.2018