zurück

Bürovermietungen: Bilanz 2017 überrascht positiv

An den sieben Top-Bürostandorten in Deutschland konnten 2017 mehr Büroflächen vermietet werden als erwartet. Insgesamt 4,1 Millionen Quadratmeter bedeuten sogar einen neuen Rekordwert.

Die Top-7-Standorte: Bürovermietung vom ersten bis vierten Quartal 2017 (Foto: GPP)
Die Top-7-Standorte: Bürovermietung vom ersten bis vierten Quartal 2017 (Foto: GPP)

Der Markt für Bürovermietung an den deutschen Top-7-Standorten hat das Jahr 2017 mit einem neuen Rekordergebnis abgeschlossen. Der Büroflächenumsatz lag German Property Partners (GPP) zufolge zum Jahresende bei 4,1 Millionen Quadratmetern und übertraf damit sowohl das Vorjahresergebnis von 3,9 Millionen Quadratmetern als auch die Prognosen.

An allen Standorten bis auf Köln und Stuttgart erhöhte sich der Büroflächenumsatz nochmals deutlich. Für 2018 rechnet GPP trotz der anhaltend hohen Nachfrage wieder mit einem geringeren Ergebnis. Grund ist das anhaltend knappe Angebot. Die Leerstandsquote ging am Ende des vierten Quartals erneut an allen Top-7-Standorten zurück, München, Berlin und Stuttgart stehen vor einer Vollvermietung. Zum Jahresende lag die Top-7-Leerstandsquote nur noch bei 4,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ging sie nochmals um 1,2 Prozent zurück.

Die 10 größten Büroflächen-Abschlüsse des Jahres 2017 (Foto: GPP)
Die 10 größten Büroflächen-Abschlüsse des Jahres 2017 (Foto: GPP)

„Der Büroflächenumsatz hat das beste Ergebnis seit mehr als zehn Jahren und mit dem erstmaligen Überschreiten der Vier-Millionen-Marke einen historischen Spitzenwert eingefahren. Aufgrund der geringen Leerstandsquoten standen vielerorts nicht genug Bestandsflächen zur Verfügung. Dieser Nachfrageüberhang – insbesondere nach hochwertigen Neubauflächen – konnte jedoch durch Anmietungen in Neubau-Projektentwicklungen sowie Refurbishments kompensiert werden. Angesichts der stabilen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird sich der Boom an den deutschen Bürovermietungsmärkten auch 2018 fortsetzen“, kommentiert Guido Nabben, Sprecher von GPP.

Wer waren die aktivsten Mieter 2017?
Anbieter von Co-Working-Flächen bzw. Business-Center-Betreiber waren 2017 auf der Nachfrageseite sehr aktiv. Ihr Anteil am Büroflächenumsatz stieg an allen Top-7-Standorten mit Ausnahme von Stuttgart enorm. Insgesamt machten sie mit 214.000 Quadratmeter rund fünf Prozent des Gesamtflächenumsatzes aus und mieteten damit fast drei Mal so viel Fläche an wie im Vorjahr. „Durch Mietverträge für Co-Working-Flächen bzw. in Business-Centern können Unternehmen kurzfristig Flächenengpässe überwinden oder einen zentral gelegenen Standort halten“, sagt Nabben.

Dies spielte insbesondere in Berlin eine Rolle, wo die Mieten aufgrund der extrem hohen Nachfrage und dem knappen Angebot im Top-7-Vergleich am stärksten stiegen. Die Durchschnittsmieten zeigten sich nur in Köln und Hamburg, die Spitzenmiete in München geringfügig rückläufig.

2018: Keine Entspannung in Sicht
„Wir sehen für die Top-7-Büroflächenmärkte keine grundlegende Trendwende. Auch 2018 werden die Leerstände weiter zurückgehen. Angesichts des Nachfragebooms und der in diesem Jahr noch niedrigen Fertigstellungsraten kann der spekulative Neubau den Anstieg bei den Büromieten allenfalls bremsen, die Situation jedoch kurz- bis mittelfristig nicht entspannen“, meint Nabben.

In Köln, Düsseldorf und Frankfurt sind noch einige Großgesuche im Markt, die 2018 zum Abschluss gelangen können. „Aufgrund des immer knapper werdenden Angebots wird der Flächenumsatz an den Top-7-Standorten in diesem Jahr aber voraussichtlich nicht an die Rekordergebnisse von 2017 heranreichen. Ein sehr gutes Jahr an den Bürovermietungsmärkten wird es wohl dennoch werden, da die stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung und ein robuster Arbeitsmarkt die Büroflächennachfrage weiter beflügeln“, erwartet Nabben.

02.01.2018