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Catella-Studie: Innovationszentren als Assetklasse

Rund 350 Innovationszentren oder Innovationsparks gibt es in Deutschland. Sie alle sind wichtige Impulsgeber für ihre Region – so lauten die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie von Catella Research.

Catella Research hat in einer neuen Studie europäische Innovationszentren untersucht. Dabei unterscheidet die Studie drei unterschiedliche Typen von Innovationszentren:

  1. Inkubatoren, die vornehmlich Gründer subventionieren
  2. Technologiezentren, in denen sich hauptsächlich Technologieunternehmen wiederfinden, die noch nicht länger als sechs Jahre am Markt sind, aber aus der Subventionsphase bereits herausgewachsen sind
  3. technologie-orientierte Gewerbeparks, in denen sich etablierte Unternehmen ansiedeln, die ihr Geschäft bereits länger als sechs Jahre betreiben und Interesse an der Anmietung oder Pacht von Gewerbeflächen haben.

Allen gemeinsam ist eine Hochschule oder Forschungseinrichtung als Ankerinstitution sowie eine Gesamtfläche von in der Regel mindestens 2,5 Hektar. Dabei differieren die Mieten und Flächengrößen je nach Typus und Zielnutzer. Als zusätzliche Angebote der unterschiedlichen Innovationszentren gelten zudem etwa die institutionelle Unterstützung von Start-ups durch Coaching, Mentoring-Programme, Netzwerkveranstaltungen und flexibler Workspace.

Die wesentlichen Erkenntnisse der Catella-Studie:

• Innovationszentren definieren sich als immobilienwirtschaftlicher Kern eines Clusters, welches sich aus einem Netzwerk von Produzenten, Zulieferern, Forschungseinrichtungen, Dienstleistern und Handwerkern entlang der Wertschöpfungskette entwickelt hat.

  • Bereits heute gibt es rund 350 Innovationsparks in Deutschland.
  • Die Mietansätze reichen in der Spanne von 3 bis12 Euro pro Quadratmeter
  • Die stärkste Entwicklung im Bereich Innovationshub findet derzeit in Hamburg statt.
  • 98 Prozent der Start-Ups eines Innovationszentrums etablieren sich im Zeitverlauf.
  • Auf europäischer Ebene setzen das Epicenter in Stockholm, der Technopark Zürich und der Amsterdamer Science Park Maßstäbe.
  • Innovationshubs strahlen als moderner Impulsgeber für regionale Innovationsaktivitäten auf die lokalen Immobilienmärkte aus.
  • Investoren, zumeist aus dem angelsächsischen Umfeld, interessieren sich zunehmend für diese Assetklasse.

„Innovationszentren können durch die intensive Interaktion der ansässigen Akteure und durch ihre überregionale Strahlkraft die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Region sichern. Da sich zudem immer mehr Investoren für Innovationszentren interessieren, könnte sich in Deutschland eine neue Assetklasse, dem amerikanischen und angelsächsischen Modell folgend, etablieren“, erklärt Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella

Beispiel Hamburg
In der Hansestadt findet derzeit die größte Entwicklung in Deutschland statt. Mit Unterstützung des Senats werden aktuell die vier bereits bestehenden Innovationsparks in Altona, Bergedorf, Harburg und Finkenwerder ausgebaut und besser vernetzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Unternehmen zu bringen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hamburg verspricht sich davon die Schaffung von bis zu 20.000 neuen Arbeitsplätzen.

02.08.2018