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F+B-Wohnindex: Neuvertragsmieten stagnieren bundesweit

Die Wachstumsdynamik schwächt sich nach Beobachtungen des Beratungsinstitutes F+B seit Anfang 2018 in der Gesamtschau des deutschen Wohnimmobilienmarktes weiter deutlich ab. Preistreiber sind insbesondere die Eigentumssegmente der Ein- und Zweifamilienhäuser und auch wieder die Eigentumswohnungen.

Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im dritten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,5 Prozent. Die Wachstumsdynamik schwächt sich nach Beobachtungen des Analysehauses F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH damit seit Anfang 2018 in der Gesamtschau des deutschen Wohnimmobilienmarktes weiter deutlich ab. Preistreiber sind insbesondere die Eigentumssegmente der Ein- und Zweifamilienhäuser und auch wieder die Eigentumswohnungen.

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Preise zum Vorquartal 2/2018 um 1,3 Prozent nach 2,6 Prozent im Vergleich von Q2/2018 zu Q1/2018. Die Eigentumswohnungen holten wieder auf und übernahmen mit einem Preisanstieg von 1,5 Prozent zum Vorquartal wieder die langjährige Führungsposition. Im Gegensatz dazu bewegten sich die Bestandsmieten bundesweit im Vergleich von Q3/2018 zum Vorquartal mit +0,3 Prozent weiterhin seitwärts. Das könnte als wohnungspolitisch hochwillkommene Marktentwicklung angesehen werden. Auch ein Preisanstieg der Neuvertragsmieten konnte im bundesweiten Durchschnitt im Vergleich zum Vorquartal mit 0,0 Prozent nicht gemessen werden und lag damit unterhalb der Wachstumsrate für Bestandsmieten. Damit egalisierten sich von hoher Preisdynamik gekennzeichnete wachstumsstarke Verdichtungsräume und von Stagnation oder Einwohnerrückgängen betroffene Regionen. „Wir weisen anhand dieses sicherlich überraschenden empirischen Ergebnisses darauf hin, dass nur eine regional differenzierte Betrachtungsweise zu sachgerechten Einschätzungen führt und dann auch Grundlage für wohnungspolitische Maßnahmen sein kann“, sagte Leutner. Die Verallgemeinerung von Mietentwicklungen in den Metropolen und deren Übertragung auf die Situation in der Fläche führt bei ordnungspolitischen Maßnahmen zu unnötigen Verzerrungen der Märkte und zu Fehlanreizen bei Förderprogrammen, so der F+B-Marktforscher.

Die aktuell diskutierte Erweiterung des Bestellerprinzips bei Wohnungsmaklern auf Wohnungskäufe wird mit einer erhofften finanziellen Entlastung der Käuferseite begründet. Seit dem 1. Juni 2015 gilt das Bestellerprinzip bereits für die Vermittlung von Mietwohnungen. Auch damals wurde neben grundsätzlichen Erwägungen mit erhofften Entlastungen für Mieter argumentiert. Schon 2016 registrierten Marktbeobachter eine Halbierung der durchschnittlichen Courtage und einen um 20 Prozent sinkenden Courtageumsatz der Makler. Hinweise, dass die Maklercourtage voll auf die Miete aufgeschlagen worden ist, gibt es von daher nicht.

Die Preise für einzelne Mehrfamilienhäuser stagnierten im bundesweiten Durchschnitt im Vergleich zum Vorquartal mit 0,5 Prozent. Im Jahresvergleich stiegen die Preise für diese Anlageobjekte um 1,6 Prozent. Neuvertragsmieten und Bestandsmieten verteuerten sich mit 2,3 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent im Vergleich zu ihren Vorjahresquartalen nach wie vor deutlich unterhalb des Anstiegs des Gesamt-Index von 5,5 Prozent.

Die Top 7-Metropolen verzeichneten aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage von Selbstnutzern und Kapitalanlegern eine weiterhin kontinuierlich wachsende Preisentwicklung mit kaum veränderten Rangplatzierungen. Alle Top 7-Metropolen unterschritten bei den Neuvertragsmieten zum Teil deutlich die zehn Prozent- Marke der Mietpreisbremse.

29.10.2018