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Smartes Gipfeltreffen

Kurze Impulse, lebhafte Debatten, interaktive Diskussionen gab es beim imfokus-Gipfeltreffen Smart Building – Building Smart. Zum Nachbericht und dem Download der Präsentationen.

Moderator Christof Hardebusch führte gemeinsam mit Steffen Uttich während des imfokus-Gipfeltreffens durch die regen Diskussionen der Teilnehmer (Foto: Axel Schulten)
Moderator Christof Hardebusch führte gemeinsam mit Steffen Uttich während des imfokus-Gipfeltreffens durch die regen Diskussionen der Teilnehmer (Foto: Axel Schulten)

Wer ist der Treiber in Richtung Smart Building? Wie smart müssen Gebäude sein und was macht ein Smart Building eigentlich smart? An Fragen und kontroversen Meinungen mangelte es beim imfokus-Gipfeltreffen im Kölner Harbour Club mal wieder nicht.

An Erkenntnissen genauso wenig. Zum Beispiel, dass die Teilnehmer des Gipfeltreffens nicht etwa in den Bauherren und Investoren die Treiber in Richtung Smart Building sehen. Stattdessen sahen bei der Live-Umfrage die Gipfeltreffen-Besucher Berater und Experten in der Führungsrolle (41 Prozent).

Ein Teil der Diskussionen an den Tischen und auf dem Podium drehte sich um das Building Information Modeling (BIM). Einige Teilnehmer sahen in der BIM-Methode den möglichen Schlüssel, um digitale Werkzeuge im Planungs- und Bauprozess von Immobilien schnell einsetzen zu können.

"So funktioniert Bauen nicht mehr"
Laut BIM-Experte René Schumann von Hochtief Vicon, fehle es in Deutschland – anders als international – vor allen Dingen an einer einheitlichen Normung. Auch die Trennung von Planen und Bauen gehört nach Meinung vieler Teilnehmer aufgehoben, womit sich Deutschland allerdings schwer tut. Für Alexander Knälmann von Apoprojekt ein über Jahrzehnte konditioniertes Problem: „Es herrscht ein ständiger Nahkampf gegeneinander, aber so funktioniert Bauen nicht mehr. BIM braucht mehr konstruktives Miteinander um zu funktionieren, vielleicht eine neue HOAI.“ Allerdings machte er auch klar, dass BIM für ihn nicht das entscheidende Instrument sein wird, die Trennung von Planen und Bauen aufzulösen.

Als Impuls-Redner widmete sich Professor Dr. Michael Voigtländer vom IW Köln einem hochaktuellen Thema. Ganze vier Tage war der Wohngipfel im Kanzleramt her, als er beim Gipfeltreffen die Bühne betrat, um seine Ideen und Ansichten zu erschwinglichem Wohnungsbau darzulegen. Laut seinen Zahlen, werden in den Metropolen deutlich zu wenig Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen gebaut, „die jedoch beim Zuzug besonders gefragt sind“. Seine Interpretation: Die hohen Baulandpreise gepaart mit den hohen Baukosten führen dazu, dass Wohnungen gebaut werden, die höhere Margen bringen – nämlich Vier- und Fünf-Zimmer oder auch Einraum-Appartements. Dadurch seien Neubauten in den Innenstädten mittlerweile auch für viele Normalbürger nicht mehr bezahlbar.

Vorbild Niederlande
Um zu zeigen, wie es gehen könnte, blickte Voigtländer in die Niederlande, wo die Baukosten seit 2005 nur um sechs Prozent zugelegt haben – in Deutschland im gleichen Zeitraum um 33 Prozent. Seine Erklärung: „Die Niederländer haben ihre Bauordnung komplett auf den Kopf gestellt und im wesentlichen eins getan: Technologieoffenheit eingeführt. Es wurden Ziele definiert, nicht aber der Weg und die Instrumente dorthin.“ Außerdem seien die Genehmigungsverfahren digitalisiert und verschlankt worden. Auch ein klares politisches Bekenntnis – etwa durch den für Bauen und Wohnen zuständigen Innenminister Seehofer – fehlt Voigtländer.

Eine Musterbauordnung wie beim Wohngipfel angekündigt, könnte die aufgeblähten Auflagen deutlich verschlanken, merkte er an und nutzte die Gelegenheit zu einem Aufruf an die anwesenden Immobilienexperten: „Der Impuls sollte aus der Wirtschaft selbst kommen. Warum errichten sie keine Musterbauten, die der Politik zeigen, mit welchen Standards günstiger Wohnraum geschaffen werden kann.“ Die Materie sei für die Politik vielleicht zu komplex, als das die Immobilienwirtschaft das nötige Gehör in der Politik finden werde. „Es müssen wohl für die Minister konkrete Beispiele zum Anfassen sein.“

Die Präsentationen als Download


Alle Präsentationen der Referenten des Gipfeltreffens vom 25. September 2018 können Sie hier kostenlos herunterladen.

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Das Programm als PDF

Die imfokus-Gipfeltreffen sind speziell konzipierte Veranstaltungen mit einem hohen Diskussionsanteil von 50 Prozent. Statt langatmigen Frontalvorträgen bilden kurze Impulse von ausgewählten Referenten den Auftakt in eine lebendige Diskussion mit allen Teilnehmern. iPads, Tweetwall und mehrere Meinungsrunden an den Tischen sorgen für einen regen Meinungs- und Erfahrungsaustausch. So können sich alle Teilnehmer aktiv ins Thema einbringen und erleben maximalen Erkenntnisgewinn.

Autor: Markus Gerharz

Mehr Fotos vom imfokus-Gipfeltreffen finden Sie auch in der Foto-Cloud .

26.09.2018