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Howoge errichtet in Berlin klimaneutrales Quartier

Berlin - In Berlin-Lichtenberg ist ein klimaneutrales Areal entstanden. Auf insgesamt 5.400 Quadratmetern Fläche hat die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Howoge ein ganzheitliches Energiekonzept umgesetzt, das sowohl eine energetisch optimierte Bauweise als auch den Einsatz effizienter Energietechnik beinhaltet...

Berlin (energate) - In Berlin-Lichtenberg ist ein klimaneutrales Areal entstanden. Auf insgesamt 5.400 Quadratmetern Fläche hat die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Howoge ein ganzheitliches Energiekonzept umgesetzt, das sowohl eine energetisch optimierte Bauweise als auch den Einsatz effizienter Energietechnik beinhaltet. Dadurch konnten zwei achtgeschossige Gebäude als klimaneutrale KFW-40-Plus-Energieeffizienzhäuser realisiert werden. "Klimaneutralität bedeutet, dass ein Gebäude nur so viel CO2 ausstößt, wie die Natur auch wieder abbauen kann", erläutert Kay Gröne, Energiemanager der Howoge Wärme GmbH.

Im Fall des neuen Immobilienkomplexes liege der definierte Wert bei 7 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter im Jahr. Der tatsächliche Wert liege jedoch bei minus vier Kilogramm CO2. "Zunächst rechnen wir mit warmen Betriebskosten von 80 Cent und liegen damit schon jetzt 10 Cent unter dem Berliner Durchschnitt", so Gröne. Jede zweite Wohnung werde zudem gefördert, sodass Einstiegsmieten ab 6,50 Euro je Quadratmeter möglich wurden. Für die übrigen Einheiten liegt der Quadratmeterpreis im Schnitt unter 10 Euro. Durch den Einsatz der KFW-Energieeffizienztechnologie in den Wohnungen könnten zudem "weitere nennenswerte Einsparungen für die Mieter erzielt werden".

Trinkwasserstation

Möglich werde das unter anderem, weil dezentrale Trinkwasserstationen mit niedrigen Systemtemperaturen genutzt werden. In der Regel erwärmen Systeme das Wasser zentral auf 60 Grad, bevor es dann im Haus verteilt wird. Die langen Wege sowie die hohe Temperatur führen dabei zu großen Wärmeverlusten, heißt es von Howoge weiter. Im Neubauquartier werde das Wasser lediglich 45 Grad warm und das erst dann, wenn die Hausbewohner den Hahn aufdrehen. Auf diese Weise ergibt sich laut Howoge eine Ersparnis von 30 Prozent. Weil das System weniger Rohrleitungen braucht. "Interne Berechnungen haben ergeben, dass bei einem Projekt mit rund 600 Wohnungen allein durch diesen Fakt circa 120 Quadratmeter Nutzfläche mehr entstehen können" so Burghard Fleischhauer von Howoge. Diese Fläche könne beispielsweise für Wohnflächen, Kinderwagen- und Rollatorenräume oder Fahrradstellplätze genutzt werden.

Wärmerückgewinnung

Neben der Trinkwasserstation verfügt jede Wohneinheit über eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Verbrauchte, warme Luft werde dabei nach außen geleitet, gleichzeitig wird kalte Luft angesaugt. So wird die Wärme der verbrauchten Abluft verwendet, um die frische und kalte Außenluft ohne Heizung auf angenehme Temperaturen zu bringen. Auf diesem Weg kann ein Wärmerückgewinnungsgrad von bis zu 82 Prozent erreicht werden, so Howoge.

Außerdem verfügt das Quartier über eine Fotovoltaikanlage mit 402 Modulen und 145 kW Leistung. Hinzu kommt ein Batteriespeicher im Erdgeschoss des Gebäudes. Die Anlage betreibt Howoge selbst und bietet den erzeugten Sonnenstrom den Mietern an. Nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft liegen die Strompreise rund 3 Cent pro kWh unter den vergleichbaren Markttarifen und leisten damit einen spürbaren Beitrag zu einer günstigen Gesamtmiete. /am

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

17.06.2019