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Immobilienbanken: Hypo und DG Hyp finanzieren am meisten

Immobilienbanken haben im ersten Halbjahr 2016 mehr Neugeschäft bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen gemacht als noch vor einem Jahr. Das hat Gründe.

Übersicht des Neugeschäfts für die gewerbliche Immobilienfinanzierung im ersten Halbjahr 2016 (Foto: JLL)
Übersicht des Neugeschäfts für die gewerbliche Immobilienfinanzierung im ersten Halbjahr 2016 (Foto: JLL)

Im Gegensatz zur ersten Jahreshälfte 2015 haben im zurückliegenden ersten Halbjahr zwei Institute die Marke von drei Milliarden Euro Neugeschäft bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen überschritten: Die Hypovereinsbank - in deren Zahlen als Sondereffekt eine kurzfristige Brückenfinanzierung mit einem Volumen von rund 900 Millionen Euro enthalten ist – und die DG Hyp. Laut einer Übersicht des Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle kommen beide zusammen auf 6,8 Milliarden Euro und somit auf fast ein Drittel des gesamten Neugeschäfts in den ersten sechs Monaten.

Trotz eines schwächeren Investmentmarktes hat sich in Deutschland das Neugeschäftsvolumen für die gewerbliche Immobilienfinanzierung demanch im ersten Halbjahr leicht erhöht: im Jahresvergleich legte es um elf Prozent auf 22,8 Milliarden Euro zu. „Wir sehen dies als Nachlaufeffekt zum investiven Rekordergebnis im gewerblichen Immobilienbereich des letzten Jahres. Dies entspricht der wahrnehmbaren Strategie insbesondere institutioneller Investoren, die Refinanzierung einer Investition erst zeitlich versetzt nach einer vollständigen Kaufpreisbelegung durch Eigenkapital vorzunehmen“, kommentiert Markus Kreuter, Team Leader Debt Advisory JLL Germany.

Aareal mit 300 Prozent Wachstum
Der JLL-Report analysiert 14 Banken, deren Neugeschäft knapp 70 Prozent des Neugeschäftsvolumens im deutschen Markt ausmacht. Die größten Wachstumsraten verbuchten Institute mit einem Neugeschäftsvolumen unter einer Milliarde Euro: die Aareal Bank mit einer Steigerung um 300 Prozent, und die Postbank mit einem Plus von 200 Prozent. Aber auch die Berliner Sparkasse erzielte ein deutliches Wachstum mit einer Steigerung um 85 Prozent.

Über das größte Kreditbuch verfügt unverändert die Helaba. Im Jahresvergleich konnte sie das Volumen sogar noch einmal um fünf Prozent auf nunmehr 35,8 Milliarden Euro erhöhen. Die Aareal Bank liegt trotz Abbaus der Kreditbestände um acht Prozent - unter anderem durch den Abbau nicht-strategischer Portfolien - weiterhin an zweiter Stelle mit 30,3 Milliarden Euro. Die Deka Bank verzeichnete mit einem Anstieg um 21 Prozent den höchsten prozentualen Aufbau.

Finanziert wird vor allem Mainstream
Im Umfeld weiter ansteigender regulatorischer Anforderungen an die Berechnung des zugrunde zu legenden Eigenkapitals tendieren viele Banken zu einer Fokussierung der Kreditvergabe auf technisch leicht abbildbare Kreditstrukturen. Eine hohe Komplexität, das Abweichen von Standardprämissen in Bezug auf Markt, Standort oder Gebäudefaktoren sowie hohe Beleihungsausläufe bleiben in der Mehrzahl der Fälle verwehrt. "Der Anstieg der Kreditbestände insgesamt kann damit in erster Linie dem hohen Transaktionsvolumen im Investmentjahr 2015 zugeordnet werden“, so Markus Kreuter.

Die Banken halten anders als zu Zeiten der letzten Hochphase die Grenzen zwischen vertretbaren Fremdfinanzierungs- und Eigenkapitalrisiken in Immobilientransaktionen überwiegend trennscharf ein, heißt es bei JLL. Außergewöhnliche Immobilien, die zu Wert- oder Cash-Flow-Risiken führen können, müssen deshalb meist aus Eigenkapital gezahlt werden.

08.12.2016