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Interview mit Thomas Aigner

Thomas Aigner ist ein Kenner des Münchner Immobilienmarktes. Im Kurzinterview mit immobilienmanager verrät er, wann sich ein Immobilienkauf in München noch lohnt und was er von Mikro-Apartements hält.

Thomas Aigner, Geschäftsführer Aigner Immobilien GmbH: „Bei möbliertem Wohnraum herrscht tendenziell ein Überangebot.“ (Foto: Vincent Rieger)
Thomas Aigner ist ein ausgewiesener Kenner des Münchner Immobilienmarktes (Foto: Vincent Rieger)

Herr Aigner, die Kaufpreise für Wohnimmobilien in München sind so hoch wie nie zuvor. Wie sinnvoll ist es da für Kapitalanleger – für kleine ebenso wie große –, überhaupt noch in Münchener Wohnungen zu investieren?
Thomas Aigner: Die Renditen für Wohnimmobilien in München sind aktuell gering. Ein Einstieg muss gut überlegt sein und sollte mit mindestens 20 Prozent Eigenkapital, sowie Nebenkosten erfolgen. Bei einer langfristig angelegten Finanzierung (15 Jahre) mit hoher Tilgung, ist eine Immobilienanlage sicher interessant. Bei dieser langfristigen Perspektive kann man sicher auch eine kleine Wertentwicklung untersstellen. Ein Anlagehorizont von zehn Jahren oder kürzer ist für eine Immobilieninvestition in München im Wohnimmobilienbereich nicht mehr geeignet.

Wenn sich ein Kapitalanleger/eine Kapitalanlegerin für den Kauf entscheidet: In welchem Segment kann er oder sie die beste Vermietbarkeit und die stabilste Rendite erwarten?
Thomas Aigner: Wenn wir von Kapitalanlegern (Einzelwohnungen) sprechen, macht sicher eine kompakte Wohnung aus den Baujahren 1980 bis 2000 bis zum Preis von 500.000 Euro Sinn. in den Top Lage ist das Preisniveau für eine Anlage schon zu hoch. Eine gute, mittlere innenstadtnahe Lage (Laim, Berg-am-Laim, ,Giesing. Thalkirchen) ist sicher besser als eine Randlage.

Mikro-Apartments sind ein Segment, das zurzeit bei Bauträgern und Anlegern sehr beliebt ist. Wie schätzen Sie perspektivisch die Nutzernachfrage in München ein? 
Thomas Aigner: Hier kann es sicher in den nächsten Jahren zu einem Überangebot kommen. Denn die Schicht der Studenten oder Wochenendheimfahrer die sich 1.000 Euro (warm) leisten wollen oder können ist nicht unendlich. Die kalkulierten Mieten erscheinen hier schon sehr hoch, um die Renditen überdurchschnittlich darzustellen bzw. die erhöhten Kaufpreise für letztlich "Betreiberimmobilien" mit entsprechenden Risiko, darzustellen.

28.09.2018