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Logistikinvestments: Da kommt noch was

Investments in Industrie- und Logistikimmobilien in Deutschland sind heiß begehrt und rar gesät. Das sind die Trends und Entwicklungen auf dem Investmentmarkt, die Sie im Blick haben sollten.

Neue Logistikflächen (im Bild der Logistikpark Krefeld-Süd) sind bei Investoren äußerst gefragt (Bild: Segro)
Neue Logistikflächen (im Bild der Logistikpark Krefeld-Süd) sind bei Investoren äußerst gefragt (Bild: Segro)

Deutsche Industrie- und Logistikimmobilien sind bei nationalen und internationalen Investoren weiterhin beliebte Anlageprodukte. Bis zur Jahresmitte flossen nach Angaben von Colliers International bereits rund 3,2 Milliarden Euro in deutsche Industrie- und Logistikimmobilien. Das entspricht dem bislang zweithöchsten je erreichten Ergebnis am Markt und außerdem etwa dem Doppelten des Fünf-Jahresdurchschnitts.

Die außerordentlich dynamische Entwicklung auf dem deutschen Investmentmarkt sorgte dafür, dass Industrie- und Logistikimmobilien mittlerweile zu den Top-3-Assetklassen zählen und seit Anfang 2017 kontinuierlich zweistellige Marktanteile am gesamtgewerblichen Immobilienmarkt verzeichnen (H1 2018: 13 Prozent).

Peter Kunz, Head of Industrial & Logistics EMEA bei Colliers International: „Insbesondere der Onlinehandel, der sich als einer der wichtigsten Treiber der Logistik darstellt, krempelt die Branche derzeit kräftig um und sorgt für eine veränderte Nachfrage auf dem deutschen Immobilienmarkt. Denn der Bedarf an stadtnahen Logistikflächen unter 15.000 Quadratmetern hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert und Investoren nehmen sogenannte Fulfilment Hubs von Hermes, Amazon und Co. verstärkt auf ihren Einkaufszettel mit auf.“

Das Investmentvolumen im bisherigen Jahresverlauf ist klar überdurchschnittlich (Quelle: Colliers Research)
Das Investmentvolumen im bisherigen Jahresverlauf ist klar überdurchschnittlich (Quelle: Colliers Research)

„Dazu kommt die derzeitige gute Auftragslage in der Industriebranche, die verantwortlich dafür ist, dass neben den klassischen Lager-und Logistikhallen nun mehr und mehr moderne Industrieimmobilien in den Top-Metropolen wie beispielsweise Berlin, München und Stuttgart benötigt werden.

Industrieimmobilien: ein Drittel des gesamten Investmentumsatzes
Investoren haben bereits jetzt die Vorteile dieser Immobilien erkannt und sich in den letzten Quartalen mehr und mehr damit auseinandergesetzt. Das spiegelt sich auch im diesjährigen Transaktionsvolumen wider: Über eine Milliarde Euro, mehr als ein Drittel des Gesamtergebnisses, wurden in der ersten Jahreshälfte allein in Industrieimmobilien investiert. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verdopplung ihres Marktanteils“, eräutert Hubert Reck, Head of Industrial & Logistics Investment bei Colliers International.

Die steigende Nachfrage bei Gewerbeparks, Produktions- und Light Industrial-Immobilien hat dazu geführt, dass die Brutto-Spitzenrendite bei Industrieimmobilien in A-Lagen leicht um zehn Basispunkte nachgab und somit aktuell bei 5,9 Prozent liegt. Aufgrund von steigenden Grundstückspreisen und Baukosten könnte es allerdings zu einem weiteren Sinken der Renditen kommen, so dass hier noch kein Abklingen der Renditekompression in Sicht ist.

Für Logistikimmobilien hingegen zeigt sich ein etwas anderes Bild. Hier hat sich die Brutto-Spitzenrendite auf einem niedrigen Niveau stabilisiert und rangiert seit Ende 2017 unverändert bei 4,65 Prozent.

Ausblick auf das Restjahr
Die Rahmenbedingungen stehen für Investoren in Deutschland zwar derzeit besonders günstig und versprechen unter anderem Sicherheit, niedrige Zinsen und steigende Mietpreise. Dennoch mangelt es auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt vor allem an Produkten in den Top-Lagen und Investoren sind, getrieben vom Kapitaldruck, gezwungen, sich mit alternativen Investitionsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Hier könnten vor allem höher rentierliche Immobilientypen wie Light-Industrial-Immobilien oder gemischt genutzte Immobilien (Mixed-Use-Immobilien) vermehrt zum Zuge kommen und die Aufmerksamkeit auf sich lenken.  

„Für den restlichen Verlauf des Jahres stehen noch einige größere Logistik- und Light-Industrial-Portfolien auf der Agenda, die für Kapitalnachschub am Markt sorgen werden. An das Rekordjahr 2017, das vor allem geprägt war von außergewöhnlichen Portfolio – und Plattformübernahmen, kann 2018 folglich nicht angeknüpft werden. Der Markt wird sich somit dieses Jahr auf einem vergleichsweise niedrigen, im Mehrjahresvergleich aber überdurchschnittlichem Niveau einpendeln. Wir gehen derzeit davon aus, dass ein Transaktionsvolumen über fünf Milliarden Euro zum Jahresende wahrscheinlich ist“, so Reck abschließend.

02.10.2018