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MiFID II: Das bedeutet die neue Regulierung für Immobilienfonds

Die Anfang 2018 in Kraft getretene MiFID II-Richtlinie reguliert nicht nur den Fondsvertrieb, sondern soll auch bei den Kapitalverwaltungsgesellschaften für mehr Transparenz sorgen. Wir beleuchten die drei wesentlichen Neuerungen für Fondsvertriebe und Anbieter.

Die Richtlinie MiFID II hält Einzug: Die Regulierung betrifft Fondsvertriebe und Kapitalverwertungsgesellschaften (Foto: Bernd Sterzl/Pixelio.de)
Die Richtlinie MiFID II hält Einzug: Die Regulierung betrifft Fondsvertriebe und Kapitalverwertungsgesellschaften (Foto: Bernd Sterzl/Pixelio.de)

Neues Jahr, neue Regulierung. Seit 3. Januar 2018 gilt die MiFID II-Richtlinie und reformiert den Fondsvertrieb. An die neuen Vorgaben müssen sich neben dem Vertrieb auch die Fondsanbieter und Service-KVGen halten. Sie sollen zu mehr Transparenz angehalten werden.

Zu Jahresbeginn gab es Meldungen, dass etliche Fonds nicht mehr vertrieben werden könnten, weil die von MiFID II geforderten Daten nicht vorliegen würden. Der Fondsverband BVI hält die Meldungen für übertrieben.

Die neue Regelung soll Anleger schützen, bedeutet im ersten Schritt allerdings für Berater, Asset Manager, Vertriebe, KVGen und Banken einen erheblichen Mehraufwand. Umstritten ist unter Experten, ob die neuen Regeln tatsächlich mehr Schutz und größere Transparenz bieten.

Im Folgenden haben wir die drei wesentlichen Punkte erläutert, die sich durch die MiFID II-Richtlinie ändern:

  1. Zielmarkt
    Von der Bestimmung des Zielmarktes sind sowohl der Fondsanbieter als auch der Vertrieb betroffen. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft muss detaillierter als bisher üblich festlegen, für welche Kunden ihr Produkt geeignet ist. Eine schlichte Unterscheidung nach privaten Anlegern, Profi-Investoren oder semiprofessionellem Investor reicht nach Einführung von MiFID II nicht mehr aus. Der Gesetzgeber verlangt, die bisherigen Erfahrungen der Anleger, ihre Risikoneigung und Anlageziele sowie ihre Fähigkeit eventuelle Verluste zu tragen, zu berücksichtigen. Die Angaben der KVG über das Produkt muss der Vertrieb unter Umständen später konkretisieren. Würde ein Fonds in eine andere Risikoklasse rutschen, müssen die Anleger darüber informiert werden. 

  2. Kosten
    Die Kosten müssen seit 3. Januar nicht mehr nur vor der Zeichnung, sondern auch während der gesamten Laufzeit des Anlageinstrumentes transparent sein. Dazu gehören allgemeine Gebühren etwa für die Strukturierung oder Vermittlung. Neu sind die laufenden Gebühren, die ebenfalls angegeben werden müssen. Dazu zählen etwa die Vergütung für die KVG, die Bewertung oder den Jahresabschluss. Ebenfalls neu: Auch die Kosten für Immobilientransaktionen, also Kosten für Vermittler, Berater, Steuern und Notarkosten, müssen transparent gemacht werden. Der Punkt der Kostentransparenz ist wohl die weitreichendste Neuerung, die MiFID II mit sich bringt.

  3. Kommunikation
    Auch die Vorgaben über die Dokumentation der Kommunikation zwischen Vertrieb und Kunde verschärfen sich durch die neue MiFID II-Richtlinie. Um im Fall von Streitigkeiten besser klären zu können, ob die Risikoaufklärung für die Anleger ausreichend gewesen ist, muss der Vertrieb alle denkbaren Kommunikationsarten erfassen. Dazu gehören Telefonate via Festnetz und Mobilfunk, E-Mails, Video-Telefonate, Briefe, etc.

10.01.2018