zurück

Nachfrageüberhang sorgt in den deutschen Top-4-Büromärkten für weiter steigende Spitzenmieten

In Berlin, Hamburg, Frankfurt und München wurden seit Anfang 2018 insgesamt 2,14 Millionen Quadratmeter Büroflächen vermietet.

Auch im dritten Quartal des laufenden Jahres profitierten die deutschen Büromärkte nicht nur von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Büroflächen, sondern auch von einer hohen Abschlussbereitschaft bei den Mietern. Mit einem Flächenumsatz von insgesamt 777.800 Quadratmetern in den Top-4-Märkten Berlin, Hamburg, Frankfurt und München erwies sich das dritte Quartal zudem als das bislang stärkste im laufenden Jahr. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Untersuchung von Cushman & Wakefield zu den Entwicklungen der wichtigsten deutschen Büromärkte. Der von Anfang Januar bis Ende September insgesamt realisierte Flächenumsatz erreichte den Wert von 2,14 Millionen Quadratmetern. Das Ergebnis aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum 2017 wurde zwar um rund drei Prozent verpasst, der Fünfjahresdurchschnitt jedoch um 22 Prozent übertroffen.

Großflächenanmietungen von mindestens 10.000 Quadratmetern trugen – bei einer Summe von rund 424.000 Quadratmetern – ein Fünftel zum aggregierten Flächenumsatz bei. Bei drei dieser insgesamt 23 Neuabschlüsse ging es um Flächen von mindestens 30.000 Quadratmetern, wobei der Baustart der Beiersdorf-Konzernzentrale in Hamburg mit rund 48.000 Quadratmetern Bürofläche als größte Transaktion in die Statistik floss.

Als stärkste Nachfragegruppen erwiesen sich in den ersten drei Quartalen die Branchen IT/Kommunikation sowie die Verwaltung von Industrieunternehmen, die rund 14 Prozent beziehungsweise rund zwölf Prozent des gesamten Flächenumsatzes in den Top-4-Märkten verantworteten. Dabei konzentrierten sich die Anmietungen aus den Sektoren IT/Kommunikation vor allem auf München und Berlin mit jeweils mehr als 100.000 Quadratmetern. Am Frankfurter Markt hingegen war der Flächenumsatz durch Verwaltungen von Industrieunternehmen kaum von Bedeutung. In Frankfurt bestätigen erneut Banken und Finanzdienstleister mit einem seit Jahresbeginn aufgelaufenen Flächenumsatz von gut 100.000 Quadratmetern ihre hohe Bedeutung für Stadt und Büromarkt.

Flexible-Workspace-Konzepte mieteten in den Top 4 bislang insgesamt gut 132.000 Quadratmeter neue Büroflächen an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Plus von 23 Prozent. Der Schwerpunkt der Flächenabschlüsse lag in Frankfurt bei rund 47.000 Quadratmetern beziehungsweise dem 2,8fachen des Vorjahreszeitraums 2017 und in München bei knapp 45.000 Quadratmetern beziehungsweise dem 1,4fachen des Vorjahreszeitraums. Dagegen fiel der Flächenumsatz durch Flexible-Workspace-Betreiber in Berlin (minus 20 Prozent) und vor allem in Hamburg (minus 41 Prozent) deutlich geringer aus als im Vorjahr. Teils dürften wesentliche Standorte bereits gesichert sein, teils passen Anforderungsprofile und angebotene Flächen nur unzureichend aufeinander und verlängern den Suchzeitraum.

München am stärksten – Umsatz um 15 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum
Spitzenreiter beim Büroflächenumsatz ist der Münchner Markt. Der aufsummierte Flächenumsatz der ersten drei Quartale liegt mit 699.900 Quadratmetern fast 15 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Berlin folgt mit 591.200 Quadratmetern an zweiter Stelle. Die Bundeshauptstadt verfehlte ihr Vorjahresergebnis um 16 Prozent. Frankfurt (436.200 Quadratmeter) und Hamburg (413.800 Quadratmeter) haben ähnlich hohe Flächenumsätze erreicht, wobei Frankfurt sein Ergebnis aus dem Vorjahr leicht getoppt hat. Hamburg verfehlte sein Vorjahresergebnis um fast neun Prozent.

Frankfurt bleibt mit 42 Euro Spitzenmiete teuerster Markt, andere holen auf
Bezogen auf die nachhaltig realisierbaren Spitzenmieten hat Frankfurt seine Position als teuerster Markt bestätigt. Hier werden für Spitzenflächen aktuell 42 Euro pro Quadratmeter und Monat angesetzt. München hat den Abstand zu Frankfurt deutlich verringert, hier ist die Spitzenmiete in den letzten drei Monaten von 36,50 Euro auf 38 Euro gestiegen. In Berlin ist für Spitzenflächen nun mit 32 Euro zu rechnen, das sind 4,50 Euro oder rund 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Und auch in Hamburg hat die Miete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf nun 26,50 Euro angezogen.

05.10.2018