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Neue Co-Working-Studie zeigt Ranking europäischer Standorte

Das Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield hat in einer umfangreichen Studie europäische Coworking-Standorte analysiert. Flächenpotential, Arbeitsmarkt und Finanzierungsmöglichkeiten fließen in ein Gesamtranking.

Die wichtigsten europäischen Coworking-Standorte (Quelle: Coworking Studie 2019; Cushman & Wakefield)
Die wichtigsten europäischen Coworking-Standorte (Quelle: Coworking Studie 2019; Cushman & Wakefield)

Über elf Millionen Quadratmeter an Coworking-Flächen gibt es weltweit. Auf den globalen Gesamtmarkt bezogen sind das nur etwa ein Prozent der weltweit verfügbaren Bürofläche. Zu diesem Ergebnis kommt Cushman & Wakefield in seiner „ Coworking-Studie 2019 “. Das Immobilienberatungsunternehmen hat für seine Analyse den weltweiten Coworking-Markt untersucht.

Zusätzlich entwickelten die Studienautoren eine eigene Messmethode. Diese beinhaltet eine unterschiedliche Gewichtung der insgesamt vier untersuchten Kategorien:

  • Marktgröße
  • Geschäftsumfeld
  • Arbeitskräftepotential
  • Katalysatoren

Berlins Achillesferse sind Fachkräfte
Die Bundeshauptstadt gilt als europäische Startup-Metropole Nummer 1. Obwohl sich Berlin in den drei Kategorien „Marktgröße“, „Geschäftsumfeld“ und „Katalysatoren“ im vorderen und mittleren Feld positionieren kann, muss sich die Spreemetropole im Bereich „Arbeitskräftepotential“ geschlagen geben. „Der Anteil der Personen, die in Berlin in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) tätig sind, ist im europäischen Vergleich gering. Es wurde explizit ein Blick auf diesen Sektor geworfen, da die Mehrheit der europäischen Coworking-Nutzer in eben dieser Branche aktiv ist. Berlin fehlt es außerdem an großen IT- und Telekommunikationsunternehmen sowie an Hochschulabsolventen mit Schwerpunkt IKT bzw. MINT-Fächer“, erläutert Yvo Postleb, Deutschlandchef von Cushman & Wakefield. Dafür punktet Berlin laut Postleb insbesondere mit seiner kreativen, innovativen sowie lebhaften Startup-Szene. Es reichte dennoch bloß für den siebten Platz.

(Quelle: Europäische Coworking-Studie Cushman & Wakefield 2019)
(Quelle: Europäische Coworking-Studie Cushman & Wakefield 2019)

Münchens Technologieaffinität als Matchball
Dass die bayerische Landeshauptstadt (118 Punkte) mit zwei Punkten Vorsprung auf den sechsten Platz an Berlin (116 Punkte) vorbeiziehen konnte, liegt insbesondere am hohen Anteil der dort ansässigen Technologiefirmen. „Internationale Unternehmen wie Alibaba, Apple und Google haben natürlich Einfluss auf die Coworking-affine Kategorie ‚Arbeitskräftepotential‘, weil sie über genau jene Mitarbeiter verfügen. Aber München ist ebenso Heimat vieler kleinerer Technologiefirmen“, ergänzt Postleb. Außerdem verfügt München mit knapp 20,6 Millionen Quadratmetern Bürofläche über die größten Büroflächenbestände unter den deutschen Top-Märkten. Im Vergleich beläuft sich in Berlin die verfügbare Bürofläche auf 18,7 Millionen Quadratmeter. Es existiert in beiden Städten also noch Wachstumspotential für Coworking.

Berlin führt die Top 5-Coworking-Hubs in Deutschland an
Im Rahmen der Analyse der europäischen Coworking Hotspots wurden zusätzlich deutschen Städte hinsichtlich bereits vorhandener und geplanter Coworking-Flächen untersucht. Berlin erreicht demnach im nationalen Top 5-Ranking mit knapp 300.000 Quadratmetern (verfügbar: 200.100 Quadratmeter; geplant: 99.700 Quadratmeter) den ersten Platz. München folgt mit einer Fläche von 193.300 Quadratmetern (verfügbar: 132.100 Quadratmeter; geplant: 61.200 Quadratmeter). Auf dem dritten Platz rangiert Frankfurt am Main (verfügbar: 89.600 Quadratmeter; geplant: 49.700 Quadratmeter). Danach folgen Hamburg (verfügbar: 82.600 Quadratmeter; geplant: 39.700 Quadratmeter) sowie Düsseldorf (verfügbar: 59.300 Quadratmeter; geplant: 17.400 Quadratmeter). „Wir rechnen weiterhin mit einem Zuwachs der Coworking-Flächen in Deutschland. Sollte die Wirtschaft aber in Zukunft weniger stark wachsen und damit einhergehend der eine oder andere Anbieter kurzfristig Flächen an den Markt zurückgeben, werden diese vom Markt schnell absorbiert werden“, resümiert Postleb.

08.04.2019