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Prospektfreie Wertpapierangebote möglich

SPONSORED CONTENT: Das Gesetz zur Ausübung von Optionen der EU-Prospektverordnung und zur Anpassung weiterer Finanzmarktgesetze ist in Kraft getreten. Beteiligungen wie Anleihen, Aktien oder Crowdinvestings können bis acht Millionen Euro ohne Wertpapierprospekt angeboten werden.

Während Justitia unverrückbar auf dem Frankfurter Römer steht, tummeln sich immer häufiger Anwälte in Sachen Baurecht und Immobilienrecht auf den Baustellen (Foto: Meinzahn/istockphoto.com)
Das neue Gesetz macht die Finanzierung leichter (Foto: Meinzahn/istockphoto.com)

Am 13. Juli 2018 wurde das „Gesetz zur Ausübung von Optionen der EU-Prospektverordnung und zur Anpassung weiterer Finanzmarktgesetze“ verkündet. Gut eine Woche später, am 21. Juli 2018, ist es schließlich in Kraft getreten.

Die auf EU-Ebene im Rahmen der Bestrebungen zur Schaffung einer Kapitalmarktunion vorgesehenen Möglichkeiten und Vereinfachungen der Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen werden damit voll ausgeschöpft.

Das Gesetz in der Immobilien-Praxis
Statt eines umfangreichen und kostspieligen Prospektes reicht nun die Veröffentlichung eines Wertpapierinformationsblattes, um mit einem Angebot von Wertpapierbeteiligungen von 100.000 Euro bis zu acht Millionen Euro zu starten.

Dies gilt unabhängig vom Vertriebsweg, ist also nicht auf Crowdfinanzierungen beschränkt. Es können Fremdkapitaltitel, wie etwa klassische Unternehmensanleihen oder Hypothekenanleihen, aber auch Eigenkapitaltitel, wie Aktien, Genussscheine oder Kommanditaktien ausgegeben werden. Bei letzteren ist lediglich darauf zu achten, dass die Grenze zum Betreiben des Investmentgeschäfts nicht überschritten wird.

Prospektfreie Angebote sind nicht an die Größe oder das Alter des Unternehmens gebunden, so dass jedes Unternehmen, also auch Immobilienprojektgesellschaften, ab sofort im Inland Wertpapiere bis zu acht Millionen Euro ohne Prospekt anbieten können, im ihre Vorhaben komplett zu finanzieren oder um Eigenkapital darzustellen.

Auf nicht mehr als drei DIN-A4-Seiten müssen alle wesentlichen Informationen über Wertpapiere, Anbieter, Emittenten und etwaige Garantiegeber in übersichtlicher und leicht verständlicher Weise enthalten sein. Starten darf das öffentliche Angebot erst einen Werktag nach Veröffentlichung des Infoblattes ,nach vorheriger Gestattung durch die Bafin. Diesbezüglich gelten nun auch neue Haftungs- und Gebührentatbestände, wobei die Gebühr für die Gestattung des Wertpapierinformationsblattes mit 500 Euro überschaubar ist.

Obergrenzen sollen Privatanleger schützen
Um nicht qualifizierte Anleger, wie Privatanleger zu schützen, gelten bei prospektfreien Angeboten ab einer Million Euro bestimmte Einzelanlageschwellen. Sie dürfen maximal 1.000 Euro investieren. Selbst bei höheren Einkommen oder großem Vermögen wird das Investitionsvolumen auf 10.000 Euro beschränkt. Die Wertpapiere dürfen ausschließlich im Wege der Anlageberatung oder Anlagevermittlung über ein KWG-zugelassenes Wertpapierdienstleistungsunternehmen vermittelt werden.

Wenn Emittenten für grenzüberschreitende Angebote von dem Europäischen Pass profitieren wollen, müssen sie nach der EU-Prospektverordnung bereits ab einer Million Euro einen Prospekt erstellen und billigen lassen, der dann in andere Mitgliedstaaten notifiziert werden kann.

Fazit: Deutlich weniger Aufwand für die Kapitalbeschaffung
Dies wird einige Emittenten, die bislang noch Vermögensanlagen nach dem VermAnlG vertrieben haben, dazu veranlassen, künftig auf Wertpapierangebote umzustellen. Denn im Unterschied sind Vermögensanlagenangebote nur bis 2, 5 Millionen Euro prospektfrei und der Vertrieb ist außerdem auf das Internet beschränkt.

Autoren: Dr. Matthias Gündel und Christina Gündel von der auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei GK-law.de.

Ebenfalls zu diesem Thema lesen Sie in der neuen Printausgabe von immobilienmanager, die am 27. Juli erscheint.

02.08.2018