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„The new normal“

Die Berlin Hyp zieht Halbjahresbilanz. Ergebnis und Neugeschäft liegen deutlich unter den Vorjahreszahlen. Kein Grund zur Sorge für Bank-Chef Sascha Klaus.

Sascha Klaus: „Die Finanzierungsmärkte sind aggressiver geworden, zugleich bleiben wir unserer konservativen Risikopolitik treu“ (Foto: Hoffotografen)
Zufrieden mit den Halbjahreszahlen seiner Bank: Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp (Foto: Hoffotografen)

Mit „The new normal“ umschreibt Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp die aktuellen Geschäftszahlen seiner Bank zur Jahresmitte. Nach zwei absoluten Rekordjahren 2017 und 2018 kann sich auch die Berlin Hyp dem deutlich anspruchsvolleren Marktumfeld nicht entziehen, was sich in den aktuellen Zahlen bemerkbar macht: Ergebnis und Neugeschäft liegen deutlich unter den Werten zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Damit sind wir allerdings im erwarteten Korridor“, sagt Bank-Chef Klaus. Die niedrigeren Transaktionszahlen, hoher Wettbewerbs- und Margendruck, anhaltend niedrige Zinsen und die hohen regulatorischen Anforderungen seien Rahmenbedingungen, denen sich kein Finanzierer entziehen könne.

Das Ergebnis vor Gewinnabführung betrug 25,9 Millionen Euro und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 62,2 Millionen Euro). Der war jedoch durch eine nennenswerte Auflösung von Risikovorsorge stark positiv geprägt. „Wichtig für uns ist dabei vor allem die Stärkung unserer Eigenkapitalbasis aus eigener Kraft", so Klaus weiter. Aus diesem Grund führte die Bank aus dem laufenden Ergebnis 55,0 Millionen Euro zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken zu. Ihre harte Kernkapitalquote hielt die Bank mit 13,3 Prozent somit annähernd konstant, um weiter wachsen zu können.

Push im Neugeschäft erwartet
Das Neugeschäftsvolumen (inklusive Prolongationen) betrug bis zur Jahresmitte rund 2,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro). „Hier zeichnet sich aber schon ein wesentlich stärkeres zweites Halbjahr ab, weshalb wir zum Jahresende ein Volumen auf dem Niveau von 2018 (4,9 Milliarden Euro) erreichen werden“, zeigt sich Klaus optimistisch. Nachdem die EZB die Zinsen nicht stark angehoben hat, habe es noch einmal einen Push im Markt gegeben, der zu mehr Transaktionen geführt hat. „Unsere Pipeline ist gut gefüllt.“

Die wichtigsten Zahlen:
# Vorsteuerergebnis: 26,2 Millionen Euro
# Zins- und Provisionsüberschuss: 163,8 Millionen Euro
# Neugeschäft: 2,2 Milliarden Euro
# Verbundgeschäft: 1,5 Milliarden Euro
# Cost-Income-Ratio: 53,3 Prozent


Verstärkt platziert die Berlin Hyp neue Finanzierungen an ihre Sparkassen-Verbundpartner aus. Dadurch macht sie Eigenkapital frei, das wiederum für neues Wachstum verfügbar ist. Dieses Verbundgeschäft entwickelte sich mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 825 Millionen Euro) im ersten Halbjahr 2019 erneut sehr positiv. Die Berlin Hyp ist inzwischen Partner von insgesamt 142 Sparkassen (Vorjahr: 124 Sparkassen).

Deutlich weniger Neugeschäft hat die Bank im ersten Halbjahr bei den etwas margenstärkeren Projektentwicklungen gemacht. „2017 und 2018 sind wir in diesem Bereich stark gewachsen und haben etliche große Projekte finanziert. Die werden nun erst einmal umgesetzt. Wir sind in dem Segment aber weiterhin aktiv“, erklärt Sascha Klaus.

Im Passiv-Geschäft konnte die Berlin Hyp im Mai einen Hypothekenpfandbrief mit einer zehnjährigen Laufzeit bei einem Mid Swap von minus 2 Basispunkten begeben. Weiteres Highlight aus Sicht des Bankenchefs: Ein weiterer Green Bond und ein Darlehensportfolio das nun zu 17 Prozent aus grünen Finanzierungen besteht. Bis Ende 2020 soll der Anteil auf 20 Prozent steigen.

13.08.2019