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Wohnen weltweit: In Reykjavik steigen die Preise am stärksten

Um 20 Prozent hat sich eine durchschnittliche Wohnung in der isländischen Hauptstadt innerhalb eines Jahres verteuert. Damit ragt Reykjavik im weltweiten Vergleich heraus. Zwar steigen die Preise an den meisten Standorten, doch der Trend schwächt sich weiter ab.

Die Preisanstiege über die vergangenen fünf Jahre fielen weltweit unterschiedlich aus (Quelle: Knight Frank)
Die Preisanstiege über die vergangenen fünf Jahre fielen weltweit unterschiedlich aus (Quelle: Knight Frank)

Im Durchschnitt sind die Preise für Wohnimmobilien im Jahresverlauf bis September 2017 um 4,7 Prozent gestiegen. In Reykjavik allerdings können die Bewohner darüber nur bitter lachen. Denn die Hauptstadt von Island weist mit 20 Prozent eine gleich mehrfach so hohe Teuerungsrate auf. Das geht aus dem Global Residential Cities Index hervor, den das internationale Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank regelmäßig veröffentlicht. Das Ranking vergleicht weltweit für 150 Städte die Entwicklung der durchschnittlichen Preise für Wohnimmobilien.

Das aktuelle Ranking wird von Reykjavik angeführt. „Dafür musste Toronto den ersten Platz räumen und rangiert nun auf dem vierten Platz“, sagt Kate Everett-Allen, Head of International Residential Research bei Knight Frank. Zu den Städten, mit den höchsten Anstiegen im Ranking zählen Amsterdam und Utrecht, allerdings liegen die Gründe hierfür in der Verlangsamung der Wachstumsrate von anderen Städten insbesondere aus Indien und China.

Denn im Gegensatz zum Ranking des zweiten Quartals 2017, wo noch neun Städte eine Teuerung von über 20 Prozent verzeichneten, konnte im dritten Quartal nur eine einzige Stadt dieses Ergebnis erzielen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Städte, die einen Anstieg über zehn Prozent vorweisen konnten, mit 22 gegenüber 41 fast halbiert. Der Trend zeigt also momentan eine klare Verlangsamung der Preisanstiege.

Nordamerika stellt sich dem Trend entgegen
Alle 30 Städte, die der Index untersucht, haben in den vergangenen zwölf Monaten bis September 2017 ein positives Wachstum erzielt. Davon konnten 19 der insgesamt 30 Städte sogar ihre Steigerungsrate im dritten Quartal noch toppen, nur elf verzeichneten ein Nachlassen.

Die Anzahl der Städte, die einen Rückgang der Wachstumsrate verzeichneten, ging von 27 auf 26 zurück, wobei Darwin, Valencia und Abu Dhabi die untersten Plätze einnehmen. In diesem Quartal entstammen 46 Prozent aller untersuchten Städte mit einem Preisrückgang im Jahresvergleich aus Europa, sieben davon aus Italien.

Hinsichtlich des nominalen Wachstums der Wohnimmobilienpreise im 5-Jahres-Vergleich zeigt sich, dass die Städte im Mittleren Osten mit durchschnittlich 58 Prozent den höchsten Anstieg registrierten bzw. Istanbul mit 129 Prozent vorn liegt.

Beim Blick auf den realen, d.h. um die Inflation bereinigten Anstieg der Wohnimmobilienpreise präsentiert sich Asien als einer der stärksten Performern im Fünf-Jahres-Zeitraum. Die chinesische Stadt Shenzhen weist mit 116 Prozent effektiv den höchsten Anstieg in dieser Periode auf.

18.01.2018